Kurzfilm Drama/ Tragödie

Dauer: 33 min.

Sprache: Polnisch

Produktionsjahr/ Premiere: 2011/ 2012

Aufgenommen auf Canon 5D II und Sony PMW-EX1

"The Purple Story" ist ein Kurzfilm, der 2011 vom Studenten der Warschauer Filmschule, Mateusz Madry, gedreht und produziert wurde. Ein junger Reporter namens Staszek hilft einem alten Mann, der von einer Bande polnischer Hooligans zusammengeschlagen wurde. Als er nach Hause kommt, scheint sein ganzes Leben auseinanderzubrechen und er gerät in eine Lage, in der er jemanden braucht, der ihm hilft.

------------------------------------------------------ Festivals, Preise und Vorführungen:

Premiere on may 5th, 2012 at Kino Kultura (Warsaw, Poland)
2nd premiere screening at
Znajomi Znajomych (Warsaw, Poland)
Official Selection of
Columbia Gorge Int. Film Festival 2012 in (Vancouver, Canada)
Official Selection of
Orlando Film Festival 2012 (Orlando, USA) Vimeo
Official Selection of Eugene Int. Film Festival 2012 (Oregon, USA)
Official Selection of
Rumschpringe Int. Short Film Festival 2012 (Lancaster, USA)
Honorable Mention at
Bayou Inspirational Film Festival 2012 (Houston, USA)
Official Selection of
Salón Internacional de La Luz 2013 (Bogotá, Colombia)
Winner at
Nashville Film Festival 2013 (Nashville, USA)
Official Selection of
Polish Film Festival Los Angeles 2014 (L.A., USA)

Kommentar des Regisseurs (2020):


8 Jahre nach der Premiere von "The Purple Story" ist es an der Zeit die Gefühle und Gedanken, die ich für diesen Film habe zu reflektieren. Zuallererst: Es ist schwer alte Projekte wieder zu sehen. Als Filmemacher sieht man nur Fehler oder bereut Dinge, die nicht gedreht werden konnten. Wie jeder Künstler und jeder Mensch wächst man, man möchte neue Dinge ausprobieren und will nicht zu oft zurückblicken. Ich erinnere mich noch gut daran: Nachdem ich diesen Film beendet habe konnte ich fast für ein Jahr nichts machen, was mit Filmemachen zu tun hatte . So geistig erschöpft fühlte ich mich damals. Aber wenn ich mir den Film heute ansehe, wird mir klar, wie wichtig Staszek für mich war um als Person zu lernen und zu wachsen.


Die Entstehung des Films war nicht einfach. Am Ende der Vorproduktion stand ich plötzlich selbst in der Rolle des Produzenten da. So wurde Staszeks Kampf gegen die Welt auch mein Kampf. Dank allen Familienmitgliedern, die mich in dieser Zeit unterstützt haben, konnten wir diesen Film machen. Aber der Film musste mit einem Gesamtbudget von 10 000 € auskommen und um diesem extrem schlanken Portemonnaie gerecht zu werden, mussten viele Korrekturen und Änderungen vorgenommen werden. Rückblick: Das erste Story-Treatment, das ich Anfang 2008 kurz vor meinem Bewerbungsgespräch an der Warschauer Filmschule schrieb, war eher eine Weihnachtsgeschichte ohne Happy End. Es war ein völlig anderer Film damals. Der Titel enthielt das Wort Märchen, aber mit einer ironischen Note und Bedeutung. Und so nannte die Crew den Film während der Dreharbeiten auf Polnisch: Bajka (Märchen)! Dieses ironische Wort blieb irgendwie bei uns hängen. Denn ein Märchen in einer modernen Gesellschaft ist nicht möglich. Aber Märchen sagen immer etwas Wahres über die Realitätum uns herum. Und genau das tat der Film auch nach dem Umschreiben und Verkürzen. Das Projekt wurde zu etwas anderem, daher war es angebracht einen neuen Titel zuvergeben: "The Purple Story" war geboren.


Trotz der Tatsache, dass der Film auf Filmfestivals in den USA Anerkennung fand, erhielt ich bei verschiedenen Gelegenheiten auch viele Rückmeldungen von Zuschauern, die in Deutschland lebten. Der Film rief Emotionen hervor und dies ist natürlich das Hauptziel, das ein Filmemacher erreichen möchte. Aufgrund des offenen Endes gibt es aber auch viel Raum für Interpretationen. Also werde ich oft danach gefragt was die wahre Bedeutung des Endes ist. Und meine Antwort darauf lautet:



Kommt schon! Ich wäre dumm, wenn ich darauf antworten würde. Faszinierend an Filmen mit offenen Enden ist immer, dass sie zum Nachdenken anregen. Aber vielleicht stellt ihr die falsche Frage.

Die Frage sollte lauten: Was ist das Thema des Films? Diese Frage kann ich beantworten. Das Thema ist "Schicksal". (und es taucht sogar als ein Filmcharakter auf)

Haben wir eine Wahl? Können wir entscheiden, wie sich unser Leben aus unseren Handlungen heraus entwickeln wird?

Die meisten Menschen möchten glauben, dass sie es können. Aber sie können es nicht! Nur manchmal! Einige mehr als andere.

Natürlich ist es einfacher zu glauben, dass man Zeiten ignorieren kann, in denen man keine Wahl hat. Jeder tut das. Ich auch! So leben wir und versuchen damit zurechtzukommen.

Aber wenn diese Zeit kommt, in der du die Wahl hast, liegt es an dir, die Augen zu öffnen

und zu wählen!

Also sag mir! Ist Staszek tot oder nicht? Was siehst du?


Mateusz Madry 5.12.20